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Офелия

В мировой поэзии  в конце 19 - начале 20 вв. появилось пристальное внимание к бедной жертве любви - Офелии (Рембо "Офелия", Брехт "Об утонувшей девушке"). В этом ряду больших поэтов - ''Офелия" Георга Гейма. Поэтов стал волновать негамлетовский вопрос - о причине гибели Офелии. Не рассуждающий Гамлет, а невинная девушка-невеста, незаметная жертва, сметенная судьбой, стала в этих стихах символом нового времени.




                                            GEORG  HEYM


OPHELIA

      I
Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten,
Und die beringten Haende auf der Flut
Wie Flossen, also treibt sie durch den Schatten
Des grossen Urwalds, der im Wasser ruht.

Die letzte Sonne, die im Dunkel irrt,
Versenkt sich tief in ihres Hirnes Schrein.
Warum sie starb? Warum sie so allein
Im Wasser treibt, das Farn und Kraut verwirrt?

Im dichten Roericht steht der Wind. Er scheucht
Wie eine Hand die Fledermaeuse auf.
Mit dunklem Fittich, von dem Wasser feucht
Stehn sie wie Rauch im dunklen Wasserlauf,

Wie Nachtgewoelk. Ein langer, weisser Aal
Schluepft ueber ihre Brust. Ein Gluehwurm scheint
Auf ihrer Stirn. Und eine Weide weint
Das Laub auf sie und ihre stumme Qual.

     II
Korn. Saaten. Und des Mittags roter Schweiss.
Der Felder gelbe Winde schlafen still.
Sie kommt, ein Vogel, der entschlafen will.
Der Schwaene Fittich ueberdacht sie weiss.

Die blauen Lider schatten sanft herab.
Und bei der Sensen blanken Melodien.
Traeumt sie von eines Kusses Karmoisin
Den ewigen Traum in ihrem ewigen Grab.

Vorbei, vorbei! Wo an das Ufer droehnt
Der Schall der Staedte. Wo durch Daemme zwingt
Der weisse Strom. Der Widerhall erklingt
Mit weitem Echo. Wo herunter toent

Hall voller Strassen. Glocken und Gelaeut.
Maschinenkreischen. Kampf. Wo westlich droht
In blinde Scheiben dumpfes Abendrot,
In dem ein Kran mit Riesenarmen draeut,

Mit schwarzer Stirn, ein maechtiger Tyrann,
Ein Moloch, drum die schwarzen Knechte knien.
Last schwerer Bruecken, die darueber ziehn
Wie Ketten auf dem Strom, und harter Bann.

Unsichtbar schwimmt sie in der Flut Geleit.
Doch wo sie treibt, jagt weit der Menschenschwarm
Mit grossem Fittich auf ein dunkler Harm,
Der schattet ueber  beide Ufer breit.

Vorbei, vorbei! Da sich dem Dunkel weiht
Der westlich hohe Tag des Sommers spaet,
Wo in dem Dunkelgruen der Wiesen steht
Des fernen Abends zarte Muedigkeit.

Der Strom traegt weit sie fort, die untertaucht,
Durch manchen Winters traervollen Port.
Die Zeit hinab. Durch Ewigkeiten fort,
Davon der Horizont wie Feuer raucht.
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