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Иван Голль: пойманный в круг

ИВАН ГОЛЛЬ (1891, Saint Die' /Франция - 1950, Париж) всю свою жизнь чувствовал себя неприкаянно: "Согласно судьбе - еврей, согласно случаю - родился во Франции, по паспорту - немец."  Жизнь - как хождение по кругу. Творчество - попытка взломать этот круг ("Alle abgenutzten Schluessel versuch ich um den Kreis aufzubrechen"/ "Всеми изношенными ключами я пытаюсь взломать этот круг" ("Die magischen Kreise"/ "Магические круги"). Но "замкнутость завершенной души" не позволяет осуществить полное слияние с людьми, принять их ценности:

"Manchmal treibt mich der Hunger aus meinem Gefaengnis
Ich gehe jenen entgegen die die Zeit waegen
Jenen die den goldenen Fisch verkaufen
Jenen die lachend die Saerge zimmern
Und jenen die es langweilt in Freiheit zu traeumen
In den Babylons der Ameisen"/
"Иногда голод гонит меня из моего плена
И я иду к тем кто взвешивает время
К тем кто продает золотую рыбу
К тем кто смеясь сколачивает гробы
К тем кому скучно мечтать на свободе
Я иду в Вавилон муравьев" ("Elegie des armen Ich"/ "Элегия бедного меня").

Голль начал свою творческую деятельность как экспрессионист, поставив во главу угла следующие требования к поэзии: "свет, правда, идея, любовь, духовность" ("Воззвание к искусству", 1917). В качестве редактора журнала "Surrealisme" (1924) способствовал развитию этого направления во Франции.
Его произведения, написанные на немецком и французском языках (некоторые также на английском), отличаются - при всей перегруженности метафорикой - богатым образным языком, обилием тонких нюансов и даром провидения скрытых в окружающем мире процессов и явлений.


                                              
                               
                                           
                                                  IWAN GOLL


DIE MAGISCHEN KREISE

Gefangen im Kreise meines Gestirns
Mich drehend mit dem Rad das sich in meinem Herzen dreht
Und dem Muhlstein des Weltalls der das Korn der Zeit
                                                            mahlt

Gefangen im Kreis des Widders
Dessen Horn die geheime Stimme verbirgt
Vernehmbar und niemals vernommen

Wie denn entrinnen dem tonenden Gong dem Quarz der
                                                             Nachte
Wie entrinnen der Arena in der der Stier
Sich mit seinem Schatten trifft

Rien ne va plus: Croupier des Zodiaks
Oder Dervisch der die Gebetmuhle dreht
In dein blaues Aug Lilith wie durch einen azurnen Reif
Wage ich den Todessprung

Und steige hinab zum Scharnier deines Blutes
Ich steige hinab der Jahrhunderte endlose Treppe
Oder steig ich hinauf auf die Leiter des Spieles
Die von Engelsflugeln umgeben ist?

Ich baute einen Turm
Das vertikale I Denkmal aus Sand des Ichs
Schneller verwelkt als Rohr
Ich baute die Pyramide um in ihr die Mumie eines Insekts
                                                             zu begraben

Ich bewohnte das Sechseck aus  Schnee das Pentagramm der
                                                               Anemone
Ich berechnete das Viereck des Wurfels
Die Festung um den Engel zu gewinnen
In einem Schlaf aus Elfenbein einem Schlaf ohne Lider

Wehe der Damon meines Wurfels
Durchbohrt mich mit seinen zweiundzwanzig schwarzen
                                                              Augen
Vogelaugen Schlangenaugen Augen von Frauen
Verwickeln mich in neue Kreise
Kreise von Geiern drehen sich uber meinem Leben
Spiralen von Spirillen ziehen die 6 meines Todes
Aller Feuer Augen offnen sich schliessen sich

Tief in mir sehr fern summt leise der alte Mann:
"Wer ist dieser goldene Drachen der in den Luften fliegt
Und den Strauss der Kometen nicht verruckt?"

Wer ist dieser Adler der seine Eier brutet
In den vom Blitz gefallten Baum
Und dessen Junge vom Neumond trinken?

Wer ist diese Gestalt die am Rand des Rades lauft
Den Berg erklimmt und hinabsturzt
In die Tiefe ihres Grabes?"

Weder sie noch ich erwarten die Antwort
Der Wind des Sternengewolbes zerstort mein Gedachtnis
Alle abgenutzten Schlussel versuch ich um den Kreis
                                                         aufzubrechen

Wie Anker senke ich die Buchstaben des Alphabets
In das Vergessen ich pflanze die Wurzeln der Worte
In die Furchen meiner Stirn

Ich zuchte den magischen Rosenhain
Die Windrose die Rose des Sandes
Und wenn ich den Engelsprung in den Spiegel wage

Rinnen tausend neue Kreise zum Rande der Welt
Wer aber ist diese Gottin gepaart mit den Armreifen des
                                                              Saturn
Was fur eine Kraft ist's die die Ellipsen peitscht?



REZITATIV

Endlich platzte
Der Vulkan, sich uberstutzend:
Morsergipfel,
Tubagletscher,
Rinnende Lava,
Menschenschluchten,
Granatenkatarakte,
Trommelskelette klappernd im Takte,
Schwindendes Chaos,
Zitternde Vogel,
Betende Hande,
Toter Gott.
O ein Banner die singenden Junglinge!
Goldene Helme,
Purpurne Herzen,
Rosige Hymnen,
O ein Banner die sterbenden Engel!
Aber dahinter,
Unverruckbar,
Unerbittlich,
Starb das Erlebnis,
Starb die Menschheit langsam ab:
Nur ein Arm, ein nackter Turm,
Bebend ein Arm, ein fleischerner Arm,
O der Arm eines letzten Soldaten,
Wuchs in die Wolken,
Wuchs in den Himmel,
Wie ein schallender Schwur, und zerschmetterte
Alles, was war.
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