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Гипотетическая родина - Корея...

KARL  KROLOW


KOREANISCHE ELEGIE

Aus blauer Kreide ihr Häuser an Flüssen! Ich sehe
Euch langsam versinken in Luft wie schöne Schiffe im Meer.
Es gab euch noch eben im knietiefen Schweigen. Die Nähe
Tat gut wie Arznei, wie des Mittags Achselduft, schwer
Von botanischem Aufruhr und des Augusts Silikaten,
Wenn ich die Erde noch einmal
          Im Springen der Zander erraten.

Hypothetische Heimat: bedenklich aus Nachtigallen
Und dem gelblichen Flügel des Heimchens im Winde
                gemacht,
Mit einem Himmel, gespannt wie ein Daumenballen,
Und dem Krebsgeäder im Gewebe der Nacht:
Wie Odysseus ein Schatten, Geplapper von Leierkästen
im Regen Koreas, an dem die Toten sich mästen.

Eine gerade Linie ging einst durch alle Gesichter.
Nun krümmt sie sich kohlefarben in unsern
          traumlosen Schlaf,
In den Schlaf dieser Welt, in den Regen Koreas,
          wenn dichter
Das Dunkel von Schüssen auf den Umriss der Herzen traf,
Auf den scharfen Geruch von Substanz,
       die Mandel des Auges, die baren
Blicke der Angst beim Verlust pharmazeutischer Waren.

Mit einer leiseren Stimme - für die, die im Lehm
        und auf Wiesen
Zwischen Mädchen und Mauleseln liegen,
         die toten Soldaten, bestimmt -
Klag' ich winzig wie brennendes Laub klagt im Feuer
         um diesen
Breitengrad, diese riesige Lunte, die glimmt,
Wenn in der Hand ich der Nachtwachen äscherne Früchte
Namenlos halte ins Schweigen, vor dem ich mich flüchte.

Ihr zuckt mit den Lidern noch einmal, indessen sich räkeln
Auf ihren Hüften die Frauen, die einst euch betört.
Hypothetische Heimat! Eure Koppelschlösser umhäkeln
Die Tropen mit bronzenem Grün, das der Hitze gehört
Oder dem Regen Koreas. Er wird euch nicht schonen,
Und nur Erde wird noch eure Namen bewohnen.

Oder wir, wenn wir mutlos uns schlafen legen
Mit einer Handvoll von Dingen, die uns noch verblieb,
Argumenten der Nacht. Wir sehn sich bewegen
Eure Lippen vom Wolfsmilchgeschmack, der euch trieb,
Den bittren Geschmack eures Lebens, unendlich verkleinert
Von unserm traumlosen Schlaf, in dem er versteinert.
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